Berlin: Interkulturelles Aufklärungsteam im Einsatz gegen das Coronavirus

Berlin: Interkulturelles Aufklärungsteam im Einsatz gegen das Coronavirus

In Zeiten der Pandemie nicht ausreichend informiert zu sein, kann gefährliche Folgen haben. Gerade Menschen mit Migrationshintergrund sind mit diesem Problem konfrontiert. Oft reichen ihre Deutschkenntnisse nicht aus, um die von den Behörden bereitgestellten Informationen zu verstehen. Um diese Sprachbarriere zu überwinden, hat sich in Berlin Neukölln das „Interkulturelle Aufklärungsteam“ (IKAT) formiert. In persönlichen Gesprächen – unter dem Motto „immer auf Augenhöhe und immer auf Abstand“ – sind die Mitglieder von IKAT im Einsatz und bieten Informationen in zahlreichen Sprachen.

Laut ihrer Webseite können sie derzeit in 13 Sprachen Auskunft geben, kostenlos und barrierefrei auf allen Kommunikationskanälen, egal ob per Telefon, Messenger oder E-Mail. Zusätzlich zu den regulären Sprechzeiten von 9:00 bis 15:00 Uhr sind Mitglieder des Teams auch dreimal pro Woche auf den belebten Straßen Berlin-Neuköllns unterwegs. Per Flyer informieren sie über Corona-Prävention und die geltenden Infektionsschutzbestimmungen. Sie sorgen so dafür, dass ihr Team und sein Angebot bekannter werden. Von den 3,6 Millionen Einwohnern Berlins haben ca. 35 Prozent einen Migrationshintergrund, in Berlin-Neukölln sind es fast die Hälfte.

Die meisten kommen aus Polen, der Türkei sowie aus arabischen Ländern und der ehemaligen Sowjetunion. Der Stadtteil zählt zu den einkommensschwächsten in der deutschen Hauptstadt. Einer vom Gesundheitsamt veröffentlichten Studie zufolge sind die am stärksten vom Coronavirus betroffenen Stadtteile zugleich auch am stärksten von Armut und deren Folgen betroffen. Berlinweit werden derzeit 3.575 Infektionsfälle pro 100.000 Einwohner gemeldet, in Berlin-Neukölln sind es 4.828. Von den fast 3.000 Berlinern, die am Coronavirus verstorben sind, stammten 360 aus Neukölln.



(Quelle)