Es begann mit „Hygienevorschriften“! – Wie in der DDR enteignet wurde

Es begann mit „Hygienevorschriften“ – Wie in der DDR Gaststätten und Hotels sozialistisch enteignet wurden; Bild: @korrekter.com
Es begann mit „Hygienevorschriften“ – Wie in der DDR Gaststätten und Hotels sozialistisch enteignet wurden; Bild: @korrekter.com
Es begann mit „Hygienevorschriften“ – Wie in der DDR Gaststätten und Hotels sozialistisch enteignet wurden; Bild: @korrekter.com
Es begann mit „Hygienevorschriften“ – Wie in der DDR Gaststätten und Hotels sozialistisch enteignet wurden; Bild: @korrekter.com

Von Nancy McDonnell

Es begann mit „Hygienevorschriften“ – Bewusst herbeigeführte Unwirtschaftlichkeit zwang Gaststätten in der DDR zum Verkauf

Nach Gründung der sozialistischen DDR 1949 verschwanden nach und nach die kleinen Privatunternehmen, große Unternehmen gingen in staatlichen Besitz über. Die Maßnahmen, die man ergriff, ähneln den Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Lockdown.

Eine Geschäftsbranche, die es durch den Corona-bedingten Lockdown schwer getroffen hat, ist die Tourismusbranche. Und mit ihr im Zusammenhang steht eine weitere Branche, die kurz vor dem Zusammenbruch stehen könnte, das Hotel- und Gastronomie-Gewerbe.

Bereits im April standen rund 70.000 Hotel- und Gastronomie-Betriebe in Deutschland vor der Insolvenz. Das berichtete der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA). Den gut 223.000 Betrieben der Branche sollten allein im April und Mai rund 11 Milliarden Euro Umsatz verloren gehen. Mit Blick auf das gesamte erste Halbjahr 2020 gingen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um nahezu 40 Prozent zurück. Die gesamte Branche geht laut einer Umfrage des Verbands von Umsatzverlusten in Höhe von 50 Prozent für das gesamte Jahr aus.

Zum Ende des Sommers konnten viele Gastronomen erst einmal aufatmen. Wer noch solvent war, konnte wieder öffnen, wenn auch unter strengsten Regeln – Abstand, Hygiene und Alltagsmasken.

Nichtsdestotrotz fürchten viele Unternehmer aus der Branche einen zweiten Lockdown, den wahrscheinlich nur die wenigsten überleben würden. Droht eine Pleitewelle in der Gastronomie? Und wenn ja, was kommt danach?

Nancy McDonnell schreibt weiter:

„Bei meinen Recherchen über die Anfänge der DDR-Diktatur hatte ich das Glück, auf Nachfahren Betroffener der Enteignungswelle im Osten Deutschlands zu treffen. 1949 wurde die sozialistische DDR gegründet. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich alle größeren und kleineren Betriebe noch in privatem Eigentum. Wollte man das sozialistische Konzept des angeblichen Volkseigentums umsetzen, musste man also Wege finden, die Besitzer zu enteignen.

Die Familie meines Zeitzeugen war zu dieser Zeit im Besitz eines kleinen Landhotels mit einem gut gehenden Gaststättenbetrieb im Osterzgebirge. Er erklärt mir, in welch schleichendem Prozess die Enteignung des Privatbesitzes in der damaligen DDR stattfand.

„Man wurde nach 1949 nicht einfach enteignet“, erzählt der 76-Jährige, „was wahrscheinlich daran lag, dass die DDR gar nicht in der Lage gewesen wäre, sofort alles Privateigentum selbst zu verwalten. Dafür mussten erst die nötigen Strukturen aufgebaut werden“. Somit kam es erst in den 1960er Jahren zu einer umfassenden Welle von Betriebsübernahmen, die nach seinen Angaben folgendermaßen ablief:

„Dem Gaststätten- und Hotelgewerbe wurden plötzlich neue und umfangreiche ‚Hygienevorschriften‘ gemacht, von denen man wusste, die Eigentümer könnten sich das finanziell überhaupt nicht leisten“, erzählt er. „Man bedenke, es gab in der DDR keinen freien Wettbewerb, wonach man die Preise seiner Waren so ausrichten konnte, dass ein finanzielles Überleben möglich ist. Alle Gaststätten mussten ihre Gerichte zu einem gleich niedrigen Preis anbieten, durch den ein Gewinn unmöglich wurde. Was eingenommen wurde, reichte nicht einmal, um die Betriebskosten zu decken.“

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Dieser Artikel erschien zuerst hier.

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