„Publikationskrimi“ um Doktorarbeit des Star-Virologen Christian Drosten

Universität in Frankfurt; Foto: © korrekter.com
Universität in Frankfurt; Foto: © korrekter.com
Universität in Frankfurt; Foto: © korrekter.com
Universität in Frankfurt; Foto: © korrekter.com

Die Fragen zur Doktorarbeit des Herrn Drosten nehmen zu. Herr Drosten hält sich auffallend bedeckt und trägt indes nichts zur Aufklärung bei. Fakt ist, die Promotionsschrift von Prof. Christian Drosten war bis zum Sommer 2020 an keiner Bibliothek vorhanden. Die Dissertation des Virologen Prof. Christian Drosten, der im Jahr 2003 am Fachbereich Medizin der Goethe-Universität Frankfurt zum Dr. med. promoviert wurde und inzwischen als Universitätsprofessor an der Charité in Berlin forscht, war bis zum Sommer 2020 in keiner einzigen deutschen Universitätsbibliothek katalogisiert, denn es gab dort auch kein einziges Exemplar dieser Dissertation.

Eines der nach Angaben des Pressesprechers der Universität wegen eines vermeintlichen Wasserschadens vermeintlich nicht ausleihbaren Exemplare der Dissertation aus dem Kellerarchiv des Promotionsbüros, das vor einigen Wochen dem Universitätsarchiv in Frankfurt zur Archivierung übergeben wurde, war nun Gegenstand einer forensischen Untersuchung des auf Wissenschaftsbetrug spezialisierten Naturwissenschaftlers Dr. Markus Kühbacher. Kühbacher war nach eigenen Angaben seit April dieses Jahres auf der Suche nach der Promotionsschrift Drostens. Trotz zahlreicher Anfragen blieb diese Suche über Monate ohne Erfolg. In den letzten drei Wochen gelang ihm nun endlich die Einsichtnahme in gleich drei Exemplare der inzwischen stark nachgefragten Dissertation, deren Veröffentlichung laut der damals gültigen Promotionsordnung neben dem erfolgreich abgeschlossenen Prüfungsverfahren und der Abgabe von Pflichtexemplaren der Dissertation zu den Voraussetzungen für die Verleihung des Doktorgrades zählte. 

Die mündliche Prüfung erfolgte laut Drostens Angaben am 22.3.2003, einem Samstag.

«Tatsache ist, dass im Anschluss an diese mündliche Prüfung die Dissertationsschrift 17 Jahre lang von 2003 bis zum Sommer 2020 nicht veröffentlicht worden war, obwohl die Promotionsordnung eine solche Veröffentlichung explizit forderte. Auch ist in diesem Zeitraum kein einziges Druckexemplar der Dissertation in den Bestand der Universitätsbibliothek Frankfurt aufgenommen und katalogisiert worden. Dies geschah erst vor einigen Wochen in diesem Sommer. Daher konnte in den letzten 17 Jahren auch niemand diese Dissertation einsehen oder ausleihen. Auch die Deutsche Nationalbibliothek hat erst vor Kurzem zwei kopierte Exemplare der Dissertation erhalten», sagt Kühbacher. Als Beleg für letztere Behauptung führt der Wissenschaftler die Signaturen der inzwischen an den beiden Standorten der Deutschen Nationalbibliothek, in Frankfurt und Leipzig einsehbaren Exemplare an: Diese datieren aus dem Jahr 2020.

Auffällig sei auch die Tatsache, dass die Dissertationsschrift nicht nur physisch im Bestand der Deutschen Nationalbibliothek und der Universitätsbibliothek Frankfurt fehlte – sie wurde nicht einmal katalogisiert, so Dr. Kühbacher gegenüber Corona Transition.

«Von den im Jahr 2001 eingereichten Exemplaren der Dissertation fehlt allerdings jede Spur.», behauptet Kühbacher, der sich natürlich fragt, warum sich kein Exemplar in der Promotionsakte befinden soll. Das Fehlen der Exemplare über einen Zeitraum von 17 Jahren könnte für Drosten weitreichende Konsequenzen haben, erklärt Dr. Kühbacher gegenüber Corona Transition: «Die Verleihung einer Promotionsurkunde darf erst dann erfolgen, wenn alle Voraussetzungen für diese Promotion erfüllt worden sind, und das beinhaltet sowohl die fristgerechte Veröffentlichung der Dissertation und Abgabe der Pflichtexemplare.»

Die Dissertation von Christian Drosten hätte also nicht erst 2020 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden dürfen. Die Frage ist offen, wo die alten Exemplare geblieben sind.

Quellen:

https://plagiatsgutachten.com/blog/christian-drosten/

https://corona-transition.org/promotionsschrift-von-prof-christian-drosten-war-bis-zum-sommer-2020-an-keiner